5 praktische Erfahrungen, um dein Französisch zu verbessern

5 praktische Erfahrungen, um dein Französisch zu verbessern

Bonjour !

Französisch ist eine wunderschöne Sprache. Aber leider nicht die leichteste! Zum Glück gibt es Wege, um dein Französisch zu verbessern – und zwar mit einer praktischen Erfahrung in Frankreich! Fortschritte garantiert!

 

Sprache ist nicht gleich Sprache…

Eine Sprache ist wie ein Musikinstrument. Noten lesen reicht nicht – wer gut spielen will, muss üben, üben, üben. Dasselbe gilt für alle Sprachen der Welt : Im Schulunterricht oder Abendkurs gelernten Kenntnisse verstehen, ist das Eine. Die tatsächliche – lebendige – Sprache sprechen können das andere.

Diese Erfahrung habe ich bei meinem ersten langen Aufenthalt in Frankreich gemacht. Mit meinem Schulfranzösisch konnte ich mich selbst zwar einigermaßen verständlich machen – auch wenn mir so einfache Wörter wie « Zahnbürste » oder « Pfanne » abgingen. (In der Schule durften wir für unseren imaginären französischen Brieffreund Zeitungsartikel zu spannenden politischen und wirtschaftlichen Themen übersetzen. Warum mir das beim Aufenthalt auf einem französischen Bauernhof und dem Ausgehen mit Freunden so gar nichts genutzt hat, ist mir natürlich völlig unklar…)

Das polierte und grammatisch korrekte Französisch, das ich fünf Jahre lang gepaukt hatte, erwies sich allerdings als erschreckend unzureichend, um meine französischen Gegenüber auch zu verstehen und mehr als einfache Baustein-Sätze zu bilden!

Denn was uns in der eigenen Sprache selbstverständlich erscheint – Abkürzungen, Dialektworte, Redewendungen – stellt in einer Fremdsprache eine große Hürde dar. Und wie im Schulbuch spricht nun mal leider… niemand.

Wirklich niemand.

In diesem Sinne ist die Todsünde des Französischschülers – tu as zu t’as zu verkürzen oder das ne von ne…pas zu unterschlagen – in der gesprochenen Realität gang und gäbe. Tu n’as pas compris ? (Hast du nicht verstanden?) bekommst du in Frankreich nur als t’as pas compris ? zu hören.

 

Französisch verbessern? Französisch sprechen!

Also: Wer eine Sprache nicht nur lesen und schreiben, sondern auch verstehen und praktizieren will, sollte sich also nach der einfachen Regel « learning by doing » richten. Anders gesagt: Sprechen lernen… durch sprechen, sprechen und sprechen! Und das am Allerbesten mit den Muttersprachlern vor Ort!

Wenn du richtig gutes Französisch beherrschen und deine Kenntnisse vom Schul- zum Anwenderniveau peppen willst, empfehle ich dir: ab nach Frankreich! Auch wenn der Weg ins Ausland oft beängstigend erscheint – ich kenne nicht eine Person, die sich getraut und diesen Schritt später bereut hat!

Du willst es wagen?

Dann gibt es eine ganze Reihe toller Möglichkeiten, um dein Französisch aktiv zu verbessern! Im Folgenden stelle ich dir die wichtigsten vor – inklusive Voraussetzungen, Vor- und Nachteilen.

Sollte ein längerer Aufenthalt im Nachbarland für dich aber nicht auf dem Plan stehen, erkläre ich dir auch eine Variante, um dein Französisch in Deutschland zu verbessern. 😉

 

Praxis-Tipp N° 1: Ein Semester in Frankreich studieren

Du bist Student? Dann ist einer der wohl einfachsten Wege, dein Französisch zu verbessern, ein Semester in Frankreich zu verbringen! Fürs Studium im Ausland hast du verschiedene Optionen, von einem ERASMUS-Semester zu einem vollständigen mehrjährigen Studiengang. Wenn du allerdings nicht vorhast, gleich den ganzen Master in Frankreich zu absolvieren, empfehle ich dir ein Studiensemester oder -jahr mit dem ERASMUS-Programm.

Das Prinzip

Davon hast du als Student sicher schon gehört. Das Programm existiert seit 1987 und ist einer der schönsten und bedeutendsten Schritte der innereuropäischen Öffnung und Zusammenarbeit. Seit über 30 Jahren erlaubt ERASMUS Studierenden, und inzwischen als ERASMUS+ auch Jugendlichen, Praktikanten, Doktoranden…, in einem anderen EU-Land zu studieren und dabei wertvolle sprachliche, persönliche und zwischenmenschliche Erfahrungen zu sammeln.

Voraussetzungen

Um im Ausland zu studieren, musst du dein erstes Studienjahr abgeschlossen haben und schon ausreichende Kenntnisse in der Landessprache vorweisen können. In der Regel handelt es sich um das Niveau B1 oder B2 – das solltest du aber locker nachweisen können, wenn du Französisch an der Schule hattest. Ansonsten bieten Universitäten in Vorbereitung auf ein Auslandssemester auch eigene (und kostenlose) Sprachkurse an. Damit besitzt du die nötigen technischen Grundlagen, um deine Französischkenntnisse in der Praxis so richtig auf Vordermann zu bringen!

Interessiert? Dann wende dich ganz einfach ans Auslandsamt deiner Universität! Jede Uni hat ihre eigenen Partnerschaften mit verschiedensten Hochschulen in ganz Europa. Welche Ziele für dich in Frankreich verfügbar sind und welche Unterlagen du einreichen musst, um dich auf einen Studienplatz an der französischen Partneruni bewerben zu können, erfährst du direkt auf der Website oder im International Office deiner Universität.

Vorteile

Bewerbung und Papierkram werden direkt über deine deutsche Universität abgewickelt. Du musst darum auch keine zusätzlichen Einschreibegebühren im Ausland zahlen – und darüber hinaus erhältst du von ERASMUS als Mobilitätszuschlag ein Stipendium in Höhe von durchschnittlich gut 300 Euro.

Nachteile

Du läufst leider große Gefahr, während deines Auslandssemesters in der sogenannten « ERASMUS-Bubble » zu landen. Den meisten Studenten fällt es ganz automatisch leichter, Freunde unter anderen internationalen Studenten zu finden als unter den einheimischen. Die Konsequenz: statt dich mit waschechten Muttersprachlern zu umgeben und dadurch dein Französisch tagtäglich zu üben und verbessern, wirst du dich hauptsächlich mit anderen ERASMUS-Studenten austauschen – und zwar auf Deutsch oder Englisch.

 

Praxistipp N°2: Sich in Frankreich engagieren

Du bist kein Student, oder du hast schlicht keine Lust, in Frankreich zu studieren oder in der ERASMUS-Bubble zu versauern? Dann hast du die Möglichkeit, Sprachpraxis mit persönlichem Engagement zu verbinden!

 

… als Volontär im Freiwilligendienst

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst, im Französischen Service civique, erlaubt es jedem 18- bis 25-Jährigen, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Neben einem Engagement im sozialen, ökologischen, schulischen, sportlichen oder kulturellen Bereich sammelst du wichtige professionelle Kompetenzen. Und du hast eine wunderbare Gelegenheit, dein Französisch zu verbessern!

Das Prinzip

Für den deutsch-französischen Raum existiert ein spezieller Deutsch-Französischer Freiwilligendienst. Du arbeitest während deines Aufenthalts in Frankreich für eine gemeinnützige Organisation oder einen Verein. Auf der Seite des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW, im Französischen OFAJ – Office franco-allemand pour la jeunesse) sind alle teilnehmenden deutschen und französischen Partner nach Einsatzbereich aufgelistet.

Deine Bewerbung für eine Mission in Frankreich richtest du an eine deutsche « Entsendeorganisation », die wiederum mit den französischen Partnern in Kontakt steht und dich während deiner Zeit in Frankreich begleitet. Der Freiwilligendienst beginnt meist im September und erstreckt sich, je nach Mission, über 10 bis 12 Monate.

Voraussetzungen

Für eine Teilnahme im Deutsch-Französischen Freiwilligendienst musst du zwischen 18 und 25 Jahre alt sein, einen Wohnsitz in Deutschland sowie französische Sprachkenntnisse (in der Regel Niveau B1) nachweisen.

Vorteile

Während deines Aufenthaltes arbeitest du direkt in einer französischen Organisation – tägliche Sprachpraxis und rasante Fortschritte garantiert! Nebenbei polierst du deine interkulturellen und beruflichen Kompetenzen auf und stellst dein soziales Engagement unter Beweis!

Der Einsatz im Freiwilligendienst wird außerdem entlohnt – in Form von bezahlter Unterkunft und Verpflegung, einer Übernahme deiner Reisekosten sowie deiner Krankenversicherung im Ausland und eines monatlichen Taschengelds.

Hinzu kommen kostenlose bi-nationale Begleitseminare, um dir einen besseren Einblick in die französische Gesellschaft zu geben und dich in Themen wie Projektmanagement, Kommunikation und Interkulturalität einzuführen.

Nachteile

Schwer zu sagen! An diesem Paket ist kaum etwas auszusetzen. Außer natürlich, du fühlst dich an deinem Arbeitsplatz oder im zwischenmenschlichen Umfeld unwohl… aber das kann dir überall passieren.

 

… als Volontär im europäischen Solidaritätskorps

Diese Variante ähnelt grundsätzlich dem internationalen Freiwilligendienst.

Das Prinzip

Da es sich hier um eine Initiative der Europäischen Union handelt, beschränkt sich das Einsatzgebiet aber logischerweise auch auf EU-Mitgliedsstaaten (plus einige benachbarte Partnerländer). Im Vordergrund stehen beim europäischen Solidaritätskorps Themen wie Inklusion und demokratische Teilhabe, die Integration von Flüchtlingen, Umweltschutz, Katastrophenhilfe, aber auch Kultur und Sport. Die Dauer der Missionen ist variabler als beim Freiwilligendienst – zwischen 2 und 12 Monaten.

Voraussetzungen

Für eine Teilnahme im europäischen Solidaritätskorps musst du zwischen 18 und 30 Jahre alt sein und deinen Wohnsitz in einem der teilnehmenden Staaten des Programms haben. Um loszulegen, registrierst du dich in der Datenbank des europäischen Solidaritätskorps – dabei kannst du auch angeben, ob du beispielsweise ein Projekt in Frankreich suchst. Dann kannst du entweder warten, dass eine Organisation dich zu einem Projekt einlädt – oder du bewirbst dich direkt auf interessante Missionen!

Vorteile

Du hast keine ausreichenden Französischkenntnisse? Kein Problem! Beim europäischen Solidaritätskorps werden in der Regel keine Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Im Gegenteil, während deines Projekts erhältst du sprachliche Unterstützung, oft in Form eines Sprachkurses.

Wie auch beim Freiwilligendienst sammelst du wertvolle zwischenmenschliche und professionelle Erfahrungen und stellst deinen Sinn für Solidarität und Gemeinschaft unter Beweis. Wenn du nicht gleich ein ganzes Jahr in Frankreich verbringen möchtest, hast du hier auch die Chance auf kürzere Missionen. Und deine Kosten für Essen, Unterkunft, Anreise und Versicherung werden auch hier vom Träger übernommen – zuzüglich eines kleinen Taschengeldes.

Nachteile

Wie auch beim Freiwilligendienst: schwer zu sagen! Wenn dir dein Projekt nicht gefällt oder du dich in deinem Umfeld unwohl fühlst, hast du jederzeit das Recht, dein Engagement abzubrechen.

 


Es gibt natürlich noch einige andere Varianten, wie du dich in Frankreich engagieren kannst – etwa die sogenannten chantiers bénévoles, relativ kurze ehrenamtliche Missionen (beispielsweise in den Sommerferien) während derer du beim Bau eines Gebäudes im sozialen Bereich oder bei einer gemeinnützigen kulturellen Aktion anpackst.

Diese Art von Engagement hat allerdings zwei Nachteile: Erstens wirst du für einen Großteil deiner Kosten selber aufkommen müssen. Und zweitens stehen deine Chancen, dein Französisch langfristig zu verbessern, eher schlecht: für einen chantier kommen oft junge Leute aus verschiedensten Ländern zusammen – ein toller interkultureller Austausch, der sich allerdings wohl eher auf Englisch als auf Französisch abspielen wird!


 

Praxistipp N°3: Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

… als Au-pair

Du möchtest dich engagieren, findest Kids aber cooler als ehrenamtliche Projekte? Wie wäre es mit ein paar Monaten als Au-pair? Auch hier stehen die Chancen, dein Französisch zu verbessern, spitze!

Das Prinzip

Du lebst für 3 bis 12 Monate bei einer französischen Familie und beteiligst dich an der Fürsorge der Kinder, dem Haushalt und Familienleben – dass du in diesem Umfeld gut Französisch lernst, ist garantiert.

Voraussetzungen

Teilnehmen kannst du, wenn du zwischen 17 und 30 Jahre alt bist und über Französischkenntnisse in Höhe eines B1 verfügst. Dafür registrierst du dich als Au-pair bei einer Au-pair-Agentur (zum Beispiel AuPairWorld oder AuPair.com) – und kannst dann direkt passende Gastfamilien suchen und kontaktieren.

Vorteile

Im Zusammenleben mit einer französischen Familie sollte es dir leichtfallen, dein Französisch zu verbessern! Kinder sprechen außerdem oft ein sehr klares Französisch – ein perfekter Einstieg in deine Sprachpraxis!

Nebenbei lernst du die landestypischen Gepflogenheiten und Mahlzeiten kennen – und hast außer der Anreise nichts zu bezahlen. Du wohnst und isst bei deiner Gastfamilie und hast Anrecht auf Sozialversicherung. Zusätzlich erhältst du ein Taschengeld in Höhe von rund 300 Euro. Genug, um ein paar Freizeitaktivitäten abzudecken. Dir stehen nämlich auch mindestens ein freier Tag pro Woche und Urlaubstage zu!

Zusätzlich zum « learning by doing » in deiner Familie bist du zur Teilnahme an einem Französischkurs vor Ort verpflichtet – Theorie und Praxis in einem!

Nachteile

Als Au-pair kann es dir passieren, dich in deinem neuen Umfeld einsam zu fühlen. Du hast zwar jeden Tag Kontakt mit deiner Gastfamilie – aber die Eltern arbeiten, die Kinder sind tagsüber in der Schule und außerhalb der Familie lokale Kontakte zu finden, fällt nicht jedem leicht.

Und den obligatorischen Französischkurs musst du leider aus eigener Tasche zahlen…

 

… als mobiklasse.de-Lektor

Wenn du während deiner Französischpraxis gerne etwas mobiler wärst, kannst du dich für ein Stipendium als mobiklasse.de-Lektor bewerben.

Das Prinzip

Von September bis Juni kreuz und quer durch Frankreich reisen und französischen Schülern die deutsche Sprache und Kultur näherbringen. Da dein Publikum natürlich in aller Regel noch kein Deutsch spricht, wirst du jede Menge Gelegenheiten haben, dein Französisch zu praktizieren und verbessern!

Voraussetzungen

Du bist zwischen 20 und 30 Jahre alt und sprichst bereits relativ gut Französisch (auch hier gilt: mindestens B1). Die Anmeldung erfolgt im Frühjahr beim Deutsch-Französischen Jugendwerk.

Vorteile

Du lernst nicht nur selbst besser Französisch sprechen, sondern motivierst auch französische Schüler, Deutsch zu lernen und später eine Erfahrung im Ausland zu machen.

Nebenbei sammelst du praktische Erfahrungen im pädagogischen Bereich und bist vollkommen unabhängig – deine Schulbesuche und Animationen organisierst du selbst!

Dein Engagement wird außerdem mit einem Stipendium in Höhe von 1250 Euro im Monat und einer Versicherung entlohnt.

Nachteile

Während deiner Zeit als mobiklasse.de-Lektor in Frankreich bist du viel auf dich allein gestellt. Wie sehr du es außerhalb deiner Schulbesuche schaffst, französische Kontakte aufzubauen und deine Sprachkenntnisse aufzupolieren, hängt also sehr von deinem persönlichen Engagement ab.

 

Praxistipp N°4: Reisen und arbeiten mit dem WWOOF-Programm

Mein ganz persönlicher heißer Tipp! Du hast Lust, nicht nur die französische Sprache, sondern auch das Land und seine Leute hautnah zu entdecken?  Dann rate ich dir zum Programm « WWOOF » (WorldWide Opportunities in Organic Farming). Ich selbst habe auf diese Weise Frankreich kennen- und Französisch wirklich sprechen gelernt – und eine der schönsten Zeiten meines Lebens verbracht!

Das Prinzip

Grundsätzlich ähnelt WWOOFing einer Art Work & Travel: Du verbindest Reisen im Wunschland mit Arbeit im ländlichen Raum. Allerdings mit einem großen Unterschied! Beim WWOOFing handelt es sich bei « Work » um einen persönlichen Austausch mit den Einheimischen, nicht um ein anonymes Arbeitsverhältnis. Du nimmst während deines Aufenthalts auf einem Bauernhof am Leben deiner Gastgeber teil und hilfst bei den täglichen Arbeiten. Im Gegenzug erhältst du Kost und Logis.

Voraussetzungen

Keine! Jeder zwischen 18 und 99+ kann sich für’s WWOOFing entscheiden. Die Dauer ist unbegrenzt – zwischen einem 5-tägigen Aufenthalt auf einem einzigen Hof und vielen mehrwöchigen Aufenthalten auf verschiedenen Höfen ist alles drin – es liegt ganz an dir!

Dafür schreibst du dich ganz einfach auf der französischen WWOOF-Homepage ein und erhältst für eine Gebühr von 25 Euro Zugriff auf eine interaktive Karte Frankreichs, auf der alle Gastgeber-Höfe markiert sind. Dann suchst du nach persönlichen Kriterien (Bretagne oder Provence? Arbeit mit Tieren oder Pflanzen? Eine Woche oder vier? usw.) passende Gastgeber heraus und nimmst den Kontakt auf.

Eine Bewerbung gibt es nicht! Die Gastgeber stellen sich und ihre Aktivitäten auf der Homepage vor. Du wiederum präsentierst dich deinem Gegenüber in einer kleinen Nachricht. Wenn der Gastgeber dich sympathisch findet, vereinbart ihr gemeinsam Datum und Dauer deines Aufenthalts.

Vorteile

Aus eigener Erfahrung: diese Weise, Frankreich zu bereisen, ist eine fantastische Möglichkeit, um sowohl die Sprache als auch die Menschen und ihre Kultur richtig kennenzulernen! Da viele Franzosen besonders im ländlichen Raum kaum Englisch sprechen, bist du praktisch « gezwungen », dich auf Französisch verständlich zu machen. Dieser Sprung ins kalte Wasser bringt aber in kürzester Zeit erstaunliche Fortschritte! Und wenn du nicht nur ein Sprach- sondern auch ein Natur- und Menschenliebhaber bist, kommst du mit dem WWOOFing garantiert auf deine Kosten.

Nachteile

Nicht alle Gastgeber halten sich an das Prinzip des Austauschs. Du bist nämlich nicht zum Arbeiten oder festen Arbeitszeiten verpflichtet! Das Prinzip des WWOOFens lautet: Gegenseitigkeit. Du packst an, wo du kannst und genießt dafür die lokale Gastfreundschaft.

Auf diese Weise verdienst du allerdings kein Geld für deine Reise. Außer An- und Abfahrt hast du hier zwar keine Ausgaben. Solltest du aber vorhaben, längere Zeit in Frankreich zu verbringen und über mehrere Monate hinweg von Hof zu Hof zu reisen (und ab und zu eine Auszeit oder eine Stadtbesichtigung zu genießen), rate ich dir, das nötige Kleingeld schon vor Reisebeginn in der Tasche zu haben.

 

Praxistipp N°5: Deutsch-französisches Sprachtandem in Deutschland

Keine Zeit, keine Lust, kein Geld, um dich für deine Sprachpraxis nach Frankreich aufzumachen? Auch für dich gibt es eine Lösung, um deine Kenntnisse in Französisch zu verbessern! Sicherlich weniger wirksam als ein Aufenthalt unter Muttersprachlern – aber besser als nichts: das Sprachtandem.

So funktioniert’s

Auf Websites wie TandemPartners oder VHS-Tandem findest du französische Muttersprachler, die in Deutschland leben und gerne ihr Deutsch verbessern würden – praktisch, oder?

Hast du einen Tandem-Partner gefunden, trefft ihr euch regelmäßig und unterhaltet euch abwechselnd auf Deutsch und Französisch. So helft ihr einander gegenseitig, euch in der jeweiligen Fremdsprache zu verbessern!

Je nach Stadt gibt es auch lokale oder studentische Initiativen. Am besten einfach « Tandem Französisch + deine Stadt » googeln, bei Facebook nach einer Tandemgruppe suchen oder im Auslandsbüro deiner Uni nachfragen!

Findest du keinen Tandem-Partner vor Ort, kannst du es online ausprobieren – etwa mit der Tandem-App tandem.net oder der Website Conversation Exchange: Das öffnet dir die Möglichkeit, mit französischen Muttersprachlern über Chats oder Skype zu üben. Du wirst vielleicht nicht sofort auf den richtigen Typ treffen – aber auf jeden Fall interessante neue Kontakte und unterhaltsame Erfahrungen sammeln!

 

Alles klar?

Zusammenfassend gilt: um eine Fremdsprache zu lernen, geht an den theoretischen Grundlagen kein Weg vorbei. Wenn du auf eine der hier beschriebenen Varianten zum Französisch-Profi werden willst, wirst du es ohne ein paar Basics schwer haben.

Verfügst du allerdings dank Schule oder Kursen schon über ausreichende Kenntnisse (circa Niveau B1), wirst du deinem Französisch in der Praxis beim Wachsen zuschauen können!

Aus eigener Erfahrung und Gesprächen mit anderen Nicht-Franzosen in Frankreich kann ich sagen: Der erste Monat im Ausland ist ohne Zweifel der härteste. In dieser Zeit wirst du ständig das Gefühl haben, nichts zu verstehen, und dir wird jeden Abend der Kopf schwirren.

Nicht verzweifeln!        

Auch wenn du glaubst, nicht vorwärts zu kommen, leisten deine grauen Zellen in diesen ersten Wochen wahre Wunder! Denn dein Gehirn speichert unterbewusst Unmengen neuer Ausdrücke und Vokabeln ab.

Und nach zwei bis drei Monaten bist du dann bereits richtig gut dabei. Je länger du in Frankreich bleibst, umso besser wirst du am Ende natürlich Französisch sprechen. Ein halbes Jahr ist spitze – alles darüber hinaus geht in Richtung Profiklasse!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Magdalena

 

Dieser Artikel ist auch als Gastartikel bei Eurorekruter, Jobvermittler für deutsche und französische Talente, erschienen.

 

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